Finanzielle Unabhängigkeit – Was heißt das eigentlich?

Ich möchte finanziell unabhängig werden! Vielleicht haben Sie sich das auch schon des Öfteren sagen hören. Der Begriff „Finanzielle Unabhängigkeit“ hört sich tatsächlich sehr positiv an. Er strahlt eine gewisse Ruhe und Ausgeglichenheit aus. Unabhängig von finanziellen Mitteln. Aber was heißt das eigentlich? Wann bin ich finanziell unabhängig? Gibt es so etwas wie eine Messlatte? Und ist diese Messlatte für alle Menschen gleich?

Bevor wir uns damit beschäftigen, finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen, sollten wir daher definieren, was genau darunter zu verstehen ist.

Der wichtigste Punkt zuerst:

Die finanzielle Unabhängigkeit hat nichts mit Reichtum zu tun. Sie sind bereits finanziell unabhängig, wenn Sie Ihre monatlichen Lebenshaltungskosten wie z.B. Miete, Auto, Versicherungen, Internet, Telefon und Lebensmittel durch passives Einkommen decken können.

Die Grenze zur finanziellen Unabhängigkeit variiert daher sehr stark. Wenn Sie nach Asien schauen und z.B. in Thailand leben, dann sind Sie bereits mit 500 Euro finanziell unabhängig. Wenn Sie stattdessen eine Stadt wie Zürich vorziehen, dann werden selbst 5.000 Euro nicht reichen.

Es gibt daher keine einheitliche Messlatte. Jeder hat einen anderen Betrag, den er monatlich aufbringen muss, um finanziell unabhängig zu sein – d.h., jeder kann sich diesen Betrag zur finanziellen Unabhängigkeit sehr einfach ausrechnen.

Wir wissen nun, welchen Betrag wir monatlich durch passives Einkommen erzielen müssen, um finanziell unabhängig zu sein.

Kommen wir zum zweiten Punkt:

Damit wir die „Unabhängigkeit“ erreichen, muss dieser Betrag durch passives Einkommen generiert werden. D.h., jeden Monat muss dieser Betrag auf unser Konto fließen, auch wenn wir aktiv nichts dafür tun. Wenn dieser Punkt nicht erfüllt ist, kann auch nicht von einer Unabhängigkeit gesprochen werden. Nur durch passives Einkommen werden Sie unabhängig.

Als Angestellter verkaufen Sie jeden Tag Ihre Zeit gegen Geld. Sie befinden sich daher in einem Hamsterrad. Um deutlich mehr Geld zu verdienen, müssen Sie auch deutlich mehr arbeiten. Wenn Sie eines Tages beschließen, nicht mehr zu arbeiten, bekommen Sie auch kein Geld. So einfach ist das.

Einige beschließen, sich selbstständig zu machen. Dies bringt einige Vorteile mit sich. Sie können mehr Geld verdienen und fleißige Mitarbeiter einstellen, die Ihre Arbeit machen. Aber so lange Sie sich darum kümmern müssen, dass neue Aufträge hereinkommen und Ihre Mitarbeiter auch wirklich arbeiten, befinden Sie sich weiterhin im Hamsterrad und tauschen Ihre Zeit gegen Geld. Schlimmer noch, Sie sind nun für mehrere Menschen verantwortlich.

Aber was bedeutet „passives Einkommen“?

Die klassischen passiven Einkommensströme sind z.B. Zinseinnahmen oder Mieteinnahmen. Leider sind wir nicht alle in der glücklichen Lage, diese zwei Einkommensströme zu nutzen, da sie Kapital erfordern.

Aber wie kann ich ohne Kapital ein passives Einkommen aufbauen?

Die Antwort ist simpel: indem Sie Werte schaffen. Einige Musiker haben einen einzigen Hit geschrieben und erhalten ihr Leben lang ein passives Einkommen daraus. Bei einem Buchautor ist es dasselbe. Ein Bestseller genügt, und er erhält ein Leben lang passives Einkommen.

Selbstverständlich müssen Sie kein Musiker und kein Bestsellerautor werden. Ich wollte Ihnen nur verdeutlichen, dass es möglich ist, einen Wert einmal zu erschaffen und daraus Ihr Leben lang ein passives Einkommen zu erhalten.

Ich gebe es zu, das hört sich immer noch unerreichbar an. Lassen Sie uns daher diesen Gedanken noch etwas weiter spinnen.

Ein Wert kann z.B. eine Information sein. Jeder Mensch ordnet einer Information einen bestimmten Wert zu. Wenn Sie starker Raucher sind und ich Ihnen zeigen kann, wie Sie innerhalb von 10 Minuten dauerhaft zum Nichtraucher werden, dann ordnen Sie dieser Information einen sehr hohen Wert zu. Wenn Sie stattdessen Nichtraucher sind, dann ist meine Information für Sie wertlos.

Noch ein Beispiel: Sie sind alleinstehend und sehr unglücklich darüber. Zu Ihrem großen Glück fehlt Ihnen ein Lebenspartner an Ihrer Seite, mit dem Sie einen gemeinsamen Weg gehen möchten. Leider lernen Sie keine anderen Menschen kennen, weil Sie einfach nicht wissen, wie Sie das anstellen sollen. Wenn ich Ihnen nun zeige, wie Sie mit Leichtigkeit viele neue Menschen kennenlernen, Sie dadurch Ihren Traumpartner finden und ein glückliches Leben führen, welchen Wert würden Sie dann dieser Information zuordnen?

Ich glaube, Sie verstehen, was ich Ihnen damit sagen möchte. Jede Information hat für jeden Menschen einen bestimmten Wert.

Überlegen Sie sich nun, welchen Wert Sie an andere Menschen weitergeben können. Was haben Sie bereits erreicht? Mit welcher Information konnten Sie einer bestimmten Person helfen? Kann diese Information vielleicht auch mehreren Menschen helfen?

Bis dahin,

Raphael Knoche

PS: Ich würde mich freuen, wenn Sie mir ein „Gefällt mir“ oder einen Kommentar hinterlassen würden. Vielen Dank!

2 Comments

  • Hallo Raphael,

    muss ehrlich sagen, dass mir dein Blog und der Beitrag sehr gut gefallen.
    Wie viele andere, strebe auch ich nach finanzieller Unabhänigkeit.

    Wie du hier den Maßstab für finannzielle Unabhängigkeit vermittelst, finde ich sehr gut.

    Werde deinen Blog öfters besuchen und schauen wie weit es inspririende Texte/Darstellung und/oder Meinungen gibt.

    Doch, dies finde ich sehr gut.

    Viele Grüße

    Stefan

  • Felimie

    Reply Reply 28. August 2014

    Hallo Raphael

    ich muss sagen dieser Beitrag hat mir wieder mal gefallen.Ja es stimmt ich habe es mal gesagt finanziell unabhängig zu sein. Und ich bin es auch und du hast recht es hat überhaupt nichts mit Reichtum zu tun. Aber das Ironische dabei ist wie du es selbst beschrieben hast, wenn es kein passives Einkommen mehr gibt sind wir nicht mehr finanziell unabhängig.

    Was ich damit sagen will ist,das die finanzielle Unabhängigkeit gleichzeitig auch abhängig macht, das wir dafür sorgen müssen diesen Zustand nicht irgendwann zu verlieren.

    Ein ständiger Kampf und das jeden Tag, jeden Monat,jedes Jahr.
    Mir fällt gerade ein, du hast die Gruppe von Menschen vergessen,die zwar arbeiten geht, aber um ihr passives Einkommen erkämpfen müssen. Und das über Monate,sogar über Jahre hinweg.

    Und wenn ich das wieder zuhören bekomme,frage mich ich wirklich in was für eine Gesellschaft wir eigentlich leben. Wo wir unsere Mitmenschen so behandeln ohne Rückgrat, ohne schlechtes Gewissen dabei zu haben, nur den hohen Gewinn des Geldes im Blick nichts anderes. Schließlich sind wir in dieser kapitalistischen Arbeitswelt alle austauschbar,wenn der Andere nicht mehr mitspielt,dann halt der nächste. So nach den Motto: Friss oder Stirb!

    Wie konnte diese Gesellschaft nur so kalt werden. Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, waren da andere Werte viel wichtiger. Ich denke in letzter Zeit oft daran zurück,weil die Menschen viel unkomplizierter waren. Heute muss du irgendetwas darstellen der du nicht bist. Manchmal erstickt mich diese Unzufriedenheit der Menschen um mich herum.

    Davon lasse ich mich aber nicht runterziehen.Das jeder Tag nicht der pure Sonnenschein sein kann,das weiß ich schon lange.So ist halt das Leben. Ich mach das Beste daraus.

    Abhängig zu sein ist zwar kein schönes Gefühl.Aber diese Erfahrung die man da macht ist geistreich. Weil man nicht nur sein Umfeld besser kennlernt dabei,sondern auch du selbst lernst dich dabei gut kennen und worauf es im Leben wirklich zählt.

    Ich weiß ,du hast zwar gesagt wir sollen nicht gleich anfangen ein Buch zu schreiben. Aber das habe ich vor,wenn die Zeit es mir erlaubt dies zu tun. Aber was die Musik angeht das mache ich als Hobby, weil ich da am besten abschalten kann. Genauso bei einem guten Buch oder eines deiner Beiträge durchzulesen und um mich mit diesen Thema auseinanderzusetzen.
    Welchen Wert ich weitergeben möchte, ist ein bißchen mehr Bescheidenheit an den Tag zu legen und sich nicht ständig mit anderen Messen zu wollen.

    Denn es ist nicht wichtig andere zu beeindrucken sondern ob du auch 100% dahinter stehst zu deinen Leben wie du lebst. Und nicht anfängst ein Meer voller Lügen dir auszudenken. Irgendwann kommt die Wahrheit doch ans Lichts.

    Ich wünsche auch einen schönen Tag!

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